Homeoffice, Büro oder Coworking Space? 6
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Homeoffice, Büro oder Coworking Space? 02/04/12

Gerade in der Startphase, in der man sich als Freelancer etabliert, tragen nicht zuletzt oft finanzielle Gründe zur Wahl zwischen Homeoffice, eigenem Büro oder Coworking bei.


IT-Freelancer, die beispielsweise in den Bereichen Webdesign, IT-Beratung oder System-Administration zu Hause sind, verbringen sicherlich die meiste Arbeitszeit außerhalb bei Kunden und Unternehmen. Developer, Ingenieure und Grafiker hingegen können oft einen großen Teil ihrer Arbeit von der eigenen Wohnung oder dem eigenen Büro aus erledigen.

Grundsätzlich aber dürfte gelten: Das eigene Büro stellt für viele Freelancer ein Ziel dar, an dessen Realisierung sich u.a. wirtschaftlicher Erfolg und berufliche Unabhängigkeit erkennen lassen. Doch Homeoffice vom Büroraum in den eigenen vier Wänden aus sowie die Arbeit im Coworking Space erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit und liegen im Trend. Für die einen stellen sie mögliche Schritte auf dem Weg hin zum eigenen Büro dar, für andere sind sie bereits die optimale Lösung. Wer für die eigene Entscheidung noch nach objektiven Kriterien sucht, findet die wichtigsten bei uns.

My Office, My Castle – Freelancer in den eigenen Geschäftsräumen!

So komfortabel und repräsentativ eigene Geschäftsräumlichkeiten für Freelancer sein mögen, sollten realistischer Weise trotz mancher Vorteile auch einige Nachteile nicht unberücksichtigt bleiben:

  • Hohe laufende Kosten, gerade am Beginn der Freelancer-Karriere
  • Örtliche Gebundenheit und ggfs. Anfahrtswege
  • Auflagen zu Infrastruktur und Einrichtung bzw. Design (v.a. in Bürokomplexen)
  • Räumliche und zeitliche Trennung von der Familie

Lassen sich all diese Nachteile auffangen bzw. entkräften, stehen u.a. folgende Vorzüge offen:

  • Repräsentationsfunktion eigener Geschäftsräumlichkeiten
  • Logistik und Stauraum (Equipment, Unterlagen, Server)
  • Räumliche Trennung von Arbeit und Privatleben (Work-Life-Balance)
  • Einfachere Nutzung steuerlicher Vorteile (Absetzbarkeit)

Be(e) in a Hive – Freelancer im Coworking Space!

Entscheidet man sich nicht für eigene Büroräume, besteht die Möglichkeit, dennoch nicht von zu Hause aus arbeiten zu müssen. Die Arbeit im Coworking Space entdecken immer mehr Menschen für sich. Hierfür sprechen beispielsweise:

  • Örtliche Flexibilität (tage-, wochen-, monatsweise mietbar)
  • Kommunikation und Austausch mit anderen Freelancern
  • Inspiration und neue Ideen
  • Vergleichsweise geringe Kosten
  • Networking und Kontakte knüpfen

Gerade die Arbeit im Coworking ist jedoch in hohem Maße abhängig von Wesen und Arbeitsweise des Freelancers, sodass zumindest die folgenden Aspekte ebenfalls bedacht werden sollten:

  • Häufig wechselnde „Mitarbeiter“
  • Lautstärke der Umgebung (Konzentration, Ablenkung)
  • Eher ungeeignet für Kundengespräche
  • Stations-Charakter bzw. Gefühl der Übergangslösung

Home, Sweet Home – Freelancer im Homeoffice!

Viele Freelancer entscheiden sich dafür, ihre Projekte weitgehend von zu Hause aus zu betreuen. Hierfür richten sie sich im Regelfall einen separaten Büroraum in ihrem Haus oder ihrer Wohnung ein. Vorteile hierbei liegen u.a. in:

  • Geringe Kosten
  • Ersparnis von Anfahrtswegen und -zeit
  • Familien- und Beziehungsfreundlichkeit
  • Flexibilität bei der Einteilung der Arbeitszeit

Diesen positiven Gesichtspunkten stehen jedoch auch Nachteile gegenüber wie:

  • Logistische und räumliche Einschränkungen (Ordner, Equipment, Server)
  • Verwischung der Grenzen von Beruflichem und Privatem
  • Erschwerter Austausch mit Kollegen/Kunden
  • Termine an Ortstermine beim Kunden gebunden

Fazit: Alles kann, nichts muss!

Solange finanzielle, soziale oder charakterliche Rahmenbedingungen nicht zu einer bestimmten Entscheidung drängen bzw. bestimmte Entscheidungen ausschließen, können Freelancer im Laufe ihrer Karriere sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen. Jeder findet früher oder später seinen Platz und kann nach Abwägung der eigenen Erfahrungen beurteilen, wo er sich beruflich am besten aufgehoben fühlt. Man weiß ja nie, wen oder was das Leben noch bringt…

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(Bild: © Dmytro Konstantynov – fotolia.com)

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6 Kommentare zu diesem Eintrag

 
Kari Sulhanen April 4, 2012 Antwort

Beim Coworking sollte man noch 2 Nachteile aufnehmen, die schon beim Home-Office aufgeführt waren, nämlich erschwerter Austausch mit Kollegen/Kunden und Termine an Ortstermine beim Kunden gebunden.
Somit überwiegen für mich die Vorteile beim Home-Office.

 
Christopher Februar 6, 2013 Antwort

Hallo Kari.
Disclaimer: Ich bin CoWorking Space Betreiber und als solcher natürlich voreingenommen.

Der erschwerte Austausch mit den Kollegen / Kunden ist genau so wie im Home Office, Business Center, und damit kein CoWorking Nachteil. Im Gegenteil: Bevor ich einen Kunden zu Hause empfange, mache ich das viel lieber im CoWorking Space. Dort habe ich eine professionelle Umgebung, meist mit seperatem Besprechungsraum. Das Home Office hat im Gegensatz zum CoWorking keine wirklichen Vorteile. Da bin ich (und viele andere CoWorker) absolut nicht deiner Meinung. Ich möchte dich einladen, CoWorking mal zu testen.

Grüße
Christopher

 
Gabi Schluttig April 6, 2012 Antwort

Ein eigenes Atelier, oder ….. Räume für Coworking möchte ich nicht mehr missen. Es ergibt viel mehr Unabhängigkeit, Entwürfe bleiben einfach auf dem Boden, Kreatives kann übernachten, wo es will, keine Ordnung nötig, außer eine die dem Entwurf dienlich sein kann. Das ist besser als jedes Home-Office für mich. Ruhe und Ungestörtheit sind auch besser gegeben. Zugegeben, ich als Frau bin happy, nicht wie früher jederzeit abrufbar, da nicht schnell greifbar zu sein.
Also ein super Vorteil und effektiver für meine Zeitauslastung.
Nachteil als Freelancer ist auch für mich der erschwerte Austausch mit Kollegen, das ist wirklich negativ, eine funktionierende Kreativwirtschaft vermisse ich wirklich sehr.

 
Christopher Februar 6, 2013 Antwort

Auch zum Artikel möchte ich meinen Senf dazu geben.

Ihr schreibt: Häufig wechselnde „Mitarbeiter“
Ich meine, das kann durchaus auch ein Vorteil sein. So kann ich immer wieder neue kontakte knüpfen. Außerdem hat sich bei vielen CoWorkingspaces herausgestellt, dass die festmieter und regelmäßigen Wiederkehrer stark überwiegen. Die Erfahrung nimmt dieser Aussage also die Grundlage.

Ihr schreibt: Lautstärke der Umgebung (Konzentration, Ablenkung)

Ich meine (und erlebe täglich) dass die Konzentration oft höher ist. Einige CoWorker erzählen, dass Sie effektiver sind, weil um Sie herum konzentriert gearbeitet wird. Auch die kurze Ablenkung hilft oft, um wieder zu erhöhter Konzentrationsfähigkeit zu kommen. Lautstärke ist mir im CoWorking bisher nur durch Geräusche von außen als problem bekannt (z.B. Baustelle, starker Verkehr) und das kann überall anders auch passieren.

Ihr schreibt: Eher ungeeignet für Kundengespräche

Ich kann dazu nichts schreiben, weil es das absolute Gegenteil von allem ist, was ich erfahren und erlebt habe. ich kann mir kein Argument ausdenken, dass diese Aussage stützen würde. Könnt Ihr das bitte näher beschreiben? Danke.
So ist das für mich einfach nur falsch.

Ihr schreibt: Stations-Charakter bzw. Gefühl der Übergangslösung

Ich meine, das kommt auf die Person selbst an. Das ist völlig subjektiv, und viele andere fühlen sich im CoWorking geradezu angekommen, eingebunden und dauerhaft versorgt. In einer objektiv scheinenden Liste hat dieser Punkt nichts verloren.

Grüße
Christopher

 

Hallo Christopher,
vielen Dank für deine Einwände und den “Insight”, den du als Coworkingspace-Betreiber eröffnen kannst. Deine Ausführungen sind schlüssig und ohne Frage treffen sie für viele Menschen voll und ganz zu.
Aber: Auch deine Argumentation ist letzten Endes eine subjektive (du selbst sprichst ja von einer gewissen Voreingenommenheit). Unsere Liste an PROs und CONTRAs für die einzelnen Office- bzw. Arbeitsumgebungen ist sehr wohl objektiv, gerade weil sie mögliche (wenn auch subjektive) Argumente der Kritiker einzelner Aspekte beleuchtet.
Beim Thema des Beitrags handelt es sich schließlich um nichts anderes als eine Geschmacksfrage, die letztlich eben jeder subjektiv für sich beantworten können muss bzw. darf. Daher sollten auch mögliche Gegenargumente mit aufgeführt werden, die der Eine oder Andere sieht bzw. teilen könnte, oder?

 
Christopher Februar 22, 2013 Antwort

Danke für die Antwort. :)

Einige Dinge auf eurer Liste sind einleuchtend oder zumindest verständlich, das habe ich da ja auch geschrieben, dass ich eine andere Meinung habe. Für mich persönlich ist der Punkt “Eher ungeeignet für Kundengespräche” immer noch auf keine Weise nachvollziehbar. Ich kann mir kein Argument ausdenken, wieso das so sein sollte. Deswegen bat (und bitte) ich um die Begründung dazu – Wie kommt Ihr darauf?

Der zweite Kritikpunkt: “Stations-Charakter bzw. Gefühl der Übergangslösung” ist sicherlich eine subjektive Frage. Bei allen Gesprächen mit CoWorkern (bei mir und in versch. anderen CoWorkingspaces) wurde dieses Argument noch nie genannt. Gegenteiliges dafür öfter. Deswegen klingt es für mich (=subjektiv) erfunden, damit die Contra-Liste nicht zu kurz wird.

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