Welche "Einsparungshebel" stehen zur Verfügung? Wie lassen sich deren jeweilige Einsparpotenziale messen? Damit befasst sich dieser Teil des Beitrags.
Frage 5: Welche Einsparhebel gibt es?
Für das Erzielen von Einsparungen gibt es zwei verschiedene Arten von Hebeln: die Preis- sowie Prozesskostenhebel und die Mengenhebel.
Die Preis- und Prozesskostenhebel lassen sich unterteilen in Hebel zum aggressiven Kostenoptimieren und Hebel für ein „intelligentes“ Einkaufen. Beispiele für Hebel zum aggressiven Kostenoptimieren sind die Volumenkonzentration, das Preisbenchmarking und das Global Sourcing. Das Optimieren von Spezifikationen oder der Supply Chain sind Hebel zum „intelligenten“ Einkaufen.
Die Mengenhebel lassen sich in konservative und aggressive Hebel unterteilen. Vom konservativen Mengenreduzieren spricht man zum Beispiel bei einer verschärften Bedarfskontrolle oder verschärften Bedarfsrichtlinien. Das Eliminieren von Bedarf zum Beispiel durch ein Verändern der Nutzungsdauer stellt eine aggressive Mengenreduktion dar.
Frage 6: Wie berechnen wir die Einsparungen pro Hebel konkret?
Die Ersparnisse sollten Unternehmen – sofern möglich – pro Hebel berechnen. Dies ermöglicht es ihnen, bei der Lieferantenanalyse und -auswahl verschiedene Einsparszenarien zu berechnen und das für ihre Organisation beste Szenario auszuwählen. Die verschiedenen Sparszenarien ergeben sich aus dem Berechnen und Kombinieren unterschiedlicher Hebel.
Den Hebel Global Sourcing können Einkäufer zum Beispiel wie folgt berechnen: Sie führen eine Ausschreibung durch, zu der sie auch Ausschreibungsteilnehmer außerhalb Deutschlands einladen. Danach berechnen sie die Ersparnis, die sich auf Basis der Angebote der deutschen Ausschreibungsteilnehmer ergibt. Wenn die Einkäufer diesen Einsparungen die Ersparnis bei Einbezug ausländischer Angebote gegenüberstellen, wissen sie, was für eine Ersparnis der Hebel Global Sourcing bringt.
Fazit:
Beim Erstellen der GuV gerät so manche Einkaufsabteilung in die Schusslinie, weil sich die Vorstände beziehungsweise Geschäftsführer wundern, wo „eigentlich die Einsparungen geblieben sind“, die der Einkauf „gemeldet“ hat. Die sechs Fragen der GuV-orientierten Einsparungsmessung unterstützen Einkäufer dabei, die erzielten Einsparungen so zu messen, dass die von ihnen gelieferten Zahlen nachvollziehbar und „belastbar“ sind. Dies ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass der Einkauf seine Leistung im Unternehmen glaubhaft „verkaufen“ kann.
Hier finden Sie Teil I und Teil II des Beitrags!
(Bild: © Vangelis Thomaidis – fotolia.com)
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