Webbasierte Rechnungssoftware 15
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Webbasierte Rechnungssoftware 07/02/11

Billomat und FastBill - zwei Rechnungsoftware-Anbieter im Vergleich.


Webbasierte Rechnungssoftware erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei Freiberuflern und Gewerbetreibenden. Dabei haben sich vor allem zwei Anbieter aus einer Vielzahl an Wettbewerbern herauskristallisiert, Billomat und FastBill.

Auch wenn das Angebot beider Anbieter auf den ersten Blick nahezu identisch zu sein scheint, gibt es im Rahmen der Funktionen, der strategischen Ausrichtung, der Preise und der Zukunftsvision deutliche Unterschiede. Wir haben uns mit beiden Rechnungssoftware-Anbietern auseinander gesetzt und mit den Gründern gesprochen. Der folgende Vergleich ist eine sachliche Gegenüberstellung beider Software-Angebote und dient Freiberuflern und Gewerbetreibenden als Entscheidungsgrundlage für eines der Geschäftsmodelle. Eine Wertung erfolgt nicht.

Gründung

BillomatFür die Gründer Simon Stücher und Steve Mattuschka war die Entwicklung des Fakturierung-Tools Billomat quasi ein Dienst in eigener Sache. Selbst jahrelang im Projektgeschäft tätig, kannten die beiden den aufwendigen und leidvollen Prozess der Rechnungserstellung aus eigenen Erfahrungen und waren vergeblich auf der Suche nach einer effizienten, webbasierten Lösung. Daraus entstand die Idee für Billomat. Im November 2007 erfolgte der Launch.

FastBillAuch das fünfköpfige FastBill-Gründerteam (René Maudrich, Thomas Wittbecker, Andreas Bachmann, Alexander Lapp, Patrick Fend) war mit dem vorherrschenden Angebot an Rechnungssoftware auf dem deutschen Markt unzufrieden. Die angebotenen Buchhaltungssysteme waren entweder zu komplex oder setzen ein fundiertes betriebswirtschaftliches Wissen voraus. Mit dem Ziel, Standardaufgaben der täglichen Büroarbeit zu automatisieren und zu vereinfachen, konzipierte das Team im Frühjahr 2007 die Rechnungssoftware FastBill.

Leistungen und Sicherheit

Der Funktionsumfang beider Anbieter ist nahezu identisch, wobei Billomat teilweise auf entsprechende Schnittstellen bei Drittanbietern zurückgreift. Im Vordergrund beider Anbieter stehen das Schreiben und Verwalten von Rechnungen, Angeboten und Mahnungen, das Verwalten von Kundendaten, Produkten und Dokumenten sowie die Zeiterfassung (bei Billomat über das Add-on mite, Anmeldung erforderlich). Ein Statistikportal bietet zudem beispielsweise einen Überblick über monatliche Umsätze. Gegen Gebühr können die Nutzer zusätzlich eine Digitale Signatur erstellen oder den Postversand in Anspruch nehmen. Während dieser Service bei der FastBill-Software integriert ist, bietet Billomat die Digitale Signatur und den Postversand nur über einen Drittanbieter an. Zusätzlich bietet FastBill seinen Kunden auch ein Rechnungseingangsbuch und eine Kostenverwaltung (siehe Datenblatt).

Sowohl Billomat als auch FastBill stellen Ihre Leistungen ausschließlich als webbasierte Software (SaaS) zur Verfügung. Der Vorteil: Kunden können rund um die Uhr von überall auf die Software zugreifen, ihre Daten verwalten und Rechnungen schreiben. „Alle Dokumente können mit wenigen Klicks per Mail (sogar mit digitaler Signatur), Fax, oder auch per Post verschickt werden – und alles vom Schreibtisch aus.“ erzählt Billomat-Gründer Steve Mattuschka.

Positiv aufgefallen ist auch, dass sowohl Billomat als auch FastBill grundlegende Informationen zu Themen wie Rechnungen, Finanzamt oder Digitale Signatur auf ihren Blogs veröffentlichen und aktiv mit ihren Kunden kommunizieren. Zusätzlich kann auf kostenlose Vertragsvorlagen zugegriffen werden.

Das Thema Sicherheit sensibler Daten spielt für beide Anbieter gleichermaßen eine wichtige Rolle. Für die Datenübertragung nutzen sowohl Billomat als auch FastBill eine 256-Bit-SSL-Verschlüsselung (Standard beim Online-Banking). Des Weiteren werden u.a. regelmäßige Security-Audits, tägliche Daten-Backups und eine redundante Datenspeicherung vorgenommen.

Zielgruppen

Billomat und FastBill bieten v.a. für Klein- und Kleinstunternehmen eine effiziente Lösung für Buchhaltung und diverse Büroarbeiten im Berufsalltag. Zu den Zielgruppen gehören u.a. Einzelunternehmer, Existenzgründer, Freiberufler, kleine Teams und Agenturen, Anbieter wiederkehrender Produkte (wie Hosting, Domains, Reports), Programmierer, Texter, Handwerker etc.

Tarife und Preise

Unterschiede zwischen Billomat und FastBill gibt es vor allem hinsichtlich der angebotenen Tarife und Preise. Während Billomat auf gestaffelte Tarife und Preise nach der Intensität der Nutzung setzt, bietet FastBill nur einen Tarif mit vollem Funktionsumfang für 5,95€ im Monat an. „Eine Preis-Skalierung anhand von Kunden- oder Dokumentenlimits wirkt sich unfair auf verschiedene Unternehmenstypen aus. Es kann sein, dass ein kleines Unternehmen viele Kundendaten speichern muss, ohne wirklichen Mehrumsatz damit zu erzielen (Beispiel Shopbetreiber). Somit führen steigende Monatskosten für mehr Kundendaten schnell zu einem völlig überteuerten Produkt.“ erklären die FastBill-Gründer.

Aber auch Steve Mattuschka ist vom Billomat-Geschäftsmodell überzeugt: „Wer wenige Dokumente (Rechnungen, Angebote, Mahnungen) im Monat benötigt, zahlt auch weniger, als derjenige, der viele Rechnungen (macht i.d.R. auch mehr Umsatz) pro Monat erstellen muss. Dieser benötigt dann auch einen höheren Tarif.“ Derzeit ist die Billomat-Rechnungssoftware über fünf verschiedene Mitgliedschaften (siehe Datenblatt) erhältlich, wobei vor allem Tarif M und L gut ankommen. Für Kleinstunternehmer, die nicht mehr als 5 Dokumente im Monat erstellen, ist der kostenlose Tarif S interessant.

Einen kostenlosen Tarif gibt es bei FastBill zwar nicht, allerdings können Unternehmer, die wirklich nur mal schnell eine Rechnung schreiben wollen, das kostenlose Sofortrechnungs-Tool nutzen. Auf weitere Funktion kann allerdings nicht zugegriffen werden. Wer sich unsicher ist, ob FastBill das richtige Geschäftsmodell ist und nicht gleich 5,95€ pro Monat bezahlen möchten, kann die Rechnungssoftware in einer Probemitgliedschaft für 3 Monate testen.

Im Übrigen handelt es sich bei beiden Rechnungssoftware-Angeboten um einen monatlichen Abo-Dienst, was bedeutet, dass die Mitgliedschaft jederzeit gekündigt werden kann.

Teamarbeit

Beide Anbieter ermöglichen die gemeinsame Projektarbeit mehrerer Mitarbeiter durch die Vergabe zusätzlicher Benutzerlogins. Aber auch hier gibt es Unterschiede zwischen den Geschäftsmodellen. Kunden von Billomat können kostenlos beliebig viele Mitarbeiter mit individuellem Passwort und E-Mail-Adresse hinzufügen. Eine Einschränkung bezüglich der Nutzungsrechte ist allerdings nicht möglich. Alle Benutzer können die Daten uneingeschränkt einsehen und auch ändern.

FastBill hingegen ermöglicht ein individuelle Zuweisung von Aufgaben durch die Festlegung entsprechender Benutzerrecht für jeden Mitarbeiter. Diese Zusatzfunktion lässt sich der Anbieter allerdings auch etwas kosten. Pro zusätzlichen Mitarbeiterlogin erhöht sich auch die monatliche Nutzungsgebühr. So kostet FastBill für zwei Benutzer monatlich bereits 11,90€, drei Benutzern bezahlen insgesamt 17,85€ pro Monat.

Zukunftsaussichten

Für die Zukunft hat sich das Billomat-Team vorgenommen, die Benutzerfreundlichkeit und Übersichtlichkeit für die Kunden noch weiter zu steigern und die Produkt- und Service-Qualität weiterhin auf einem hohen Niveau zu halten. „Feintuning“ ist angesagt. Um noch schneller auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen zu können, wurde das Billomat-Entwicklungsteam in diesem Jahr erweitert. So dürfen Billomat-Kunden in den nächsten Monaten auf weitere neue Funktionen hoffen. Zudem sind Vertrauen zum Billomat-Team und direkter Kontakt mit den Kunden Schlüsselelemente in der Marketing-Strategie von Billomat. „Vertrauen schafft Sicherheit! Unsere Kunden sollen wissen, dass wir uns zeitnah um Probleme kümmern, dass wir Supportanfragen innerhalb weniger Stunden beantworten.“, erklärt Mattuschka.

Verbesserung der angebotenen Produkte und Erweiterung des Funktionsumfanges haben auch bei FastBill Priorität. Des Weiteren plant das Team die Anbindung an Systeme, die von FastBill-Kunden vor- oder nachgelagert genutzt werden, z.B. Steuerberater-Systeme oder Online-Shops. Langzeitziel ist es, eine durchgehende digitale Beleghaltung zu entwickeln. Dass eine Kaufentscheidung eine Vertrauensentscheidung ist, hat auch das FastBill-Team erkannt und möchte in Zukunft weiter an der Supportqualität arbeiten. „Unsere Strategie besteht darin, an jeder Stelle zu beweisen, dass wir wissen wovon wir sprechen, die Bedürfnisse unserer Kunden gut einschätzen können und mit den sensiblen Daten hochprofessionell und sicher umgehen.“

Welches Geschäftsmodell nun das richtige für Ihre Tätigkeit ist, müssen Sie selbst entscheiden. Weitere Informationen und ausführliche Produkttouren erhalten Sie jeweils auf der Website von Billomat und FastBill.

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15 Kommentare zu diesem Eintrag

 
tom Februar 7, 2011 Antwort

Super Vergleich! Wer auf der suche nach einer Online Rechnungssoftware ist, hat sie jetzt sicher gefunden.

 
lars Februar 8, 2011 Antwort

Schöne Zusammenfassung beider Dienste. Ich persönlich setze mittlerweile komplett auf Billomat, alleine die Anbindung zu freeFIBU und mite finde ich sehr angenehem …

 
Chris Februar 8, 2011 Antwort

Ich bin gerade selber auf der Suche nach einer entsprechenden Rechnungssoftware, daher hat mir der Vergleich sehr geholfen. Bevor ich diesen Vergleich gefunden habe, bin ich auf euren Artikel über Salesking gestossen http://tinyurl.com/4sybwn5. Wieso fehlt der eigentlich im Vergleich? Wenn es doch schon ein Artikel gibt, hätte man den doch direkt mitvergleichen können…

 
lars Februar 8, 2011 Antwort

Hey Chris,

meiner Meinung nach spielt Salesking noch nicht so eine große Rolle in dem Markt. Vielleicht aus Bekanntheitsgründen oder dem Preis/Leistungs-Verhältnis. Was man von den Nutzern so raus hört, scheint sich der Großteil entweder für FastBill oder Billomat zu entscheiden. Aber es ist wie mit allen anderen Produkten, jeder sollte sich sein eigenes Bild machen und so ein Testaccount kostet ja nichts ;)

 
Peter Februar 9, 2011 Antwort

Hey Lars,

Bekanntheitsgründe – genau daher frage ich mich ja warum eine neutrale Plattform wie freelancerwissen.de oder aber auch Deine Seite rechnungen-online-schreiben.de es nicht wagt, über den Tellerrand hinauszuschauen.

Unterm Strich, entscheidet natürlich auch dann der User was für seine Ansprüche die “richtige” Lösung darstellt…

An dieser Stelle kann ich sagen, dass ich froh bin weiter recherchiert zu haben. Denn SalesKing ist für mich als Entwickler die definitiv sauberste Alternative und stellt sich echt ziemlich gut an.

BTW: Gerade bei Deiner Seite verweise ich gerne darauf, dass auch SalesKing ein Partenrprogramm anbietet, welches übrigens u.a. die Jahreslizenz provisioniert ;)

 
lars Februar 10, 2011 Antwort

Hi Peter,

mit dem Tellerrand hast du sicherlich recht, da wird gerade bei mir noch einiges kommen. Nur befinden wir uns gerade in einem Relaunch, eben weil wir über den Rand geschaut haben und halt noch weitere Anbieter gefunden haben (Salesking, LexLive, etc…) …

Da wird also noch einiges kommen, unter anderem auch ausführliche Vergleiche unter den einzelnen Programmen in Bezug aufeinander … Nur ist unsere ToDo-Liste momentan ein wenig lang ;)

 
Klemens Februar 11, 2011 Antwort

Hallo zusammen,
welch nettes Feedback auf den Vergleich :)

Hier mein Senf dazu:
Habe mich Anfang des Jahres auch nach einer Lösung hinsichtlich einer automatisierten Dokumentenerstellung und Verwaltung umgeschaut. Bin auch zuallererst auf die üblichen Verdächtigen gestossen, die haben eine ziemlich gute “Sichtbarkeit”… das wars meiner Meinung nach allerdings auch schon…
nun, was soll ich sagen, auch SalesKing ist mir dann aufgefallen und deren Lösung hinsichtlich meiner Anforderungen hat mich überzeugt. Nutze jetzt die schicke API um die Dokumente (übrigens unlimitiert) zu erzeugen und ich kann über die flexiblen Exporte eigene Auswertungen realisieren.
Angebote erstellen Mitarbeiter und Bestellungen flattern auch über die API rein…
Alles in allem: Hammer :)
wer neugierig geworden ist, schaut es sich mal an:
https://www.salesking.eu
Hab genau nach so einer flexiblen “Rechnungsmaschine” gesucht und musste nur nen bisschen an die API ranproggen…

 
Simon [billomat] Februar 11, 2011 Antwort

Wenn es um eine saubere und gut dokumentierte API geht, kann Billomat auch punkten. Siehe http://www.billomat.com/api/.
Die wird von sehr vielen Kunden eingesetzt. Oft für Anbindungen an interne Systeme, aber auch die Billomat-Add-Ons (http://www.billomat.com/add-ons/) wurden damit realisiert.
Ein Blick in die Doku lohnt sich auf jeden Fall.

 
Axel Tetzlaff März 10, 2011 Antwort

Hallo,

wir sind ein junges Startup aus Hamburg, das sich auch in dieser Nische tummelt. Wir sind gerade mit unserer webbasierten Rechnungssoftware http://skippr.com online gegangen. Eure Meinung und Euer Feedback hierzu würden mich brennend interessieren.
Eine fertige API können wir noch nicht bieten, aber es wird mit Hochdruck daran entwickelt. Dafür können wir mit anderen Aspekten wie wiederkehrenden Rechnungen, DATEV-Export und smarter Kundenverwaltung glänzen.

 
Markus März 15, 2011 Antwort

Als Freelancer nutze ich mittlerweile easybill, da habe ich vollstes Vertrauen und das Erstellen der Rechnungen ist extrem einfach. Vor allem der kostenlose Testzeitraum am Anfang macht einen den Einstieg sehr einfach.

 
Florian April 29, 2011 Antwort

Würde mich freuen, wenn Ihr auch unseren Service http://www.pactas.com in den Vergleich aufnehmen würdet! Pactas ist eine cloud-basierte Plattform über die sich Freelancer und KMU vernetzen, um Ihre Geschäftsprozesse abzuwickeln. Aktuell bieten wir hier auch eine kostenlose Anwendung zur Rechnungsstellung.

 
Foko Oktober 29, 2011 Antwort

Also ich hab mir die PC Software EasyFirma gekauft. Da muss ich nur einmal zahlen und bin mir auch sicher, dass keiner auf meine Kundendaten zugreift. Kann eine Menge.

 
Axel Oktober 31, 2011 Antwort

Bei ‘Kaufsoftware’ muss man meistens für Updates zahlen. Um Backups muss man sich hier auch selber kümmern und dass Daten auf dem eigenen Windows-PC bei den ganzen Viren und Würmern sicher vor Fremdzugriff sind, möchte ich auch mal ganz vorsichtig hinterfragen. Hinzukommt, dass natürlich auch jeder Hersteller von zu installierenden Programmen die Möglichkeit hat Daten übers Internet zu übetragen. Und natürlich die Frage wie sieht es bei dieser Lösung mit der Nutzung auf zwei Rechnern aus?

 
Simon November 2, 2011 Antwort

Stimme Axel voll zu.
Eine kleine Ergänzung noch, die oft vergessen wird: Für den Support muss man bei Kaufsoftware im Gegensatz zu SaaS-Tools oft extra zahlen.

 
Andreas März 11, 2012 Antwort

Sehr schöner Artikel. Ich habe mich in den letzten Tagen etwas mehr mit diesem Thema auseinandergesetzt und finde die Anbieter Billomat und Easybill bis jetzt am besten. Beide bieten den Service mit eingeschränktem Funktionsumfang auch kostenlos an. Das finde ich lobenswert!

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